Arbeiten in Skandinavien

Bildungssystem

Das Schulsystems Schwedens wird von jeher gelobt. In der PISA-Studie schnitt Schweden in allen Kategorien deutlich besser ab als Deutschland. Bei schwedischen Kinder scheint der schulische Erfolg nicht so sehr vom sozialen Hintergrund abzuhängen, allen wird durch eine späte schulische Trennung und lernanregende Unterrichtsweise ein gleiche Chance auf Bildung ermöglicht.

Die Förderung fängt bereits im Kindergarten an, der wegen seiner vorbereitenden Funktion als Vorschule bezeichnet wird. Es gibt einen festen, auf den Schulcurriculum abgestimmten Lehrplan, mit dessen Hilfe eine spielerische, nichts desto trotz gezielte Grundausbildung beginnt. Die Erzieherinnen müssen außerdem über die Fortschritte jedes Kindes regelmäßig Berichte schreiben.
Die Vorschule bietet Plätze für alle Kinder von 0 bis 6 Jahren, sofern beide Eltern arbeiten. Andernfalls kann es sein, dass die Eltern aufgefordert werden, sich für die Dauer ihrer Arbeitslosigkeit selbst um ihre Kinder zu kümmern.

Die Schulpflicht beginnt mit der neun Jahre dauernden Grundschule. Erst anschließend folgt das dreijährige Gymnasium. Die Trennung der Schüler erfolgt also erst recht spät, so dass eine soziale Benachteiligung nicht wahrscheinlich ist.
Der Grundschulbesuch ist kostenlos, genauso wie die Lehrmaterialien (einschließlich Hefte und Bleistifte), Schulmahlzeiten und Schultransporte (aus abgelegenen Dörfern werden die Kinder sogar mit eigenen Taxis abgeholt).

Noten werden in den ersten Jahren überhaupt nicht verliehen. Erst in der achten Klasse wird ein dreiteiliges Notensystem bestehend aus Sehr Gut, Gut und Genügend eingeführt. Schneidet ein Schüler schlechter als Genügend ab, wird er in dem jeweiligen Fach einfach nicht bewertet.

Durch die späte Einführung der Noten wird, ein Konkurrenzdruck von vornherein ausgeschlossen. Die deutliche Entspannung der Schüler wirkt sich so auch auf die Leistung und die Disziplin aus. Es ist in den meisten Schulen immerhin nicht nötig, die Klassenzimmertüren zu schließen.

Nach der neunten Klasse werden zentral ausgearbeitete Prüfungen abgelegt. Danach gehen 98 % aller Schüler auf das Gymnasium. Es gibt zwei verschiedene Arten von Gymnasien: Die praktisch ausgerichteten, die im entferntesten Sinne einer deutschen Lehre gleichzusetzen sind, und die theoretischen, die auf ein Studium abzielen. Man kann jedoch trotzdem mit allen Gymnasialabschlüssen, eventuell mit dem Besuch einiger zusätzlicher Hochschulkurse, die Universität besuchen.